Liebe Wald- und Naturinteressierte,

 

 

 

ich gehe durch den Wald, habe den Duft von Nadeln, Moos und feuchter Erde in der Nase, höre den Wind in den Bäumen und vereinzelte Vögel. Meine Schritte sind gedämpft durch den weichen Boden. Verschiedene Grüntöne beruhigen meine Augen und mit Aufmerksamkeit kann ich auch die kleinen Dinge wahrnehmen.

 

Und egal, welche Jahreszeit es ist – der Wald ist mein Ort der Erholung und Besinnung auf das Wesentliche.

 

Eigentlich wissen es alle - sie auch?  – Wald und unberührte Natur stärken unsere Psyche und unser körperliches Wohlbefinden. Sie heilen und machen uns glücklich.

 

 

Im übertragene Sinne "baden" wir im Wald mit seiner speziellen Atmosphäre.

 

 

Was ist denn nun das Besondere, wenn ich in einer Gruppe ein Waldgesundheitstraining oder Entspannung in und mit der Natur erlebe?

 

Unter Anleitung und meist in Stille erkunde ich die Umgebung absichtslos und ohne den Anspruch, Fachkenntnisse zu erwerben. Im Vordergrund steht die Erfahrung der Natur mit allen Sinnen und das in sich selbst hinein spüren. Übungen aus der Achtsamkeitspraxis, Meditation, Entspannungstechniken, Body-Mind-Verfahren und kurze Reflexionseinheiten unterstützen mein Eintauchen in die Natur. Ich atme saubere Luft und habe im Vergleich zu Städten und Freiland angenehme Temperaturen. Viele Menschen empfinden Grün in allen Schattierungen als angenehm und entspannen sich durch den Gesamteindruck, den Duft und die Waldgeräusche. Spezielle Lichtverhältnisse führen zur Verbesserung der Stimmung und geben vielen Menschen Geborgenheit. Der Kontakt mit Pflanzen, Tieren, Waldboden hat emotional positive Wirkung.

 

Biophilia nannte das in den achtziger Jahren der Evolutionsbiologe Edward O. Wilson. Er meinte damit unsere Liebe zu allem Lebendigen und dass wir genetisch dazu bestimmt seien, die Natur zu lieben, weil wir ein Teil von ihr sind. Dass Menschen in eng bebauten Gebieten leben und der Natur fern sind, ist evolutionär gesehen die allerkürzeste Zeit.

 

Körper und Geist profitieren gleichermaßen von diesem Gesamterlebnis.

 

„Waldgesundheitstraining“ ist für Menschen jeden Alters und in den meisten Gesundheitszuständen machbar und erfordert keine Kondition, nur die innere Bereitschaft, sich auf diese Erfahrung einzulassen. Für Erwachsene und Kinder gibt es entsprechend ihres Alters und ihrer Bedürfnissen unterschiedliche Formen der Begleitung und Anleitung.

 

Von „Waldbaden“ spreche ich nicht, wenn sie Joggen, Walken, Wandern, sich mit Rädern sportlich durch den Wald bewegen – das ist auch gesundheitsförderlich und macht Spaß. Kräuterwanderungen, Naturführungen oder umweltpädagogische Angebote haben einen anderen Fokus, z.B. auf Wissenszuwachs, und sind natürlich ebenso wertvoll.

 

Der langsam-entspannte Waldspaziergang mit langen Pausen auf Bänken oder Decken ist der japanischen „Tradition“ am nächsten, insofern sie meist in Stille gehen und aufmerksam im Moment sind.

 

 

 

Welche positiven Effekte auf die Gesundheit sind zu erwarten?

 

In einer Meta-Studie der Medizinischen Fakultät an der Ludwig-Maximilian-Universität in München wurde der aktuelle internationale Forschungsstand zusammen getragen (Sachbuch "Waldtherapie - das Potential des Waldes für ihre Gesundheut" Schuh, Immich) sind die neuesten Erkenntnisse über die Wirksamkeit von Waldaufenthalten zusammen gefasst.).

 

In Kurzfassung sind hier einige gesundheitsfördernde Aspekte dargestellt:

 

-          Erholungs- und Entspannungsgefühl besser als in Städten, Parks, Agrarland …

 

-          Stressreduktion durch regelmäßiges Waldbaden

 

-          Die Stimmung ist nach Waldaufenthalt eher aufgehellt, es unterstützt Menschen bei Umgang mit Depressionen

 

-          Die Schlafqualität verbessert sich bei regelmäßigen Waldgängen

 

-          Das Immunsystem wird besser gestärkt als in Städten, Parks, Agrarland,…

 

-          Der Wald unterstützt therapeutische Prozesse z.B. bei Alkoholerkrankungen, Depressionen, ADHS

 

-          Kognitive Leistungs- und Gedächtnisfähigkeit nimmt zu

 

-          Atemwegserkrankungen werden positiv beeinflusst bei regelmäßigen Waldaufenthalten

 

-          Blutdruck harmonisiert sich besser (Blutdrucksenkung)

 

Die positiven Effekte von Waldbaden werden besser, je regelmäßiger sie sich im Wald aufhalten. Damit stehen Wald-Gesundheitskurse neben Yoga, Qi gong und anderen körperorientierten Entspannungstechniken.

 

Was spricht für Waldbaden in einer Gruppe?

 

Wenn sie merken,

 

        dass sie konsequenter und regelmäßiger etwas Gutes für sich tun,

 

         wenn sie dafür einen festen Termin haben,

 

        dass sie das Erlebte gern mit anderen Menschen teilen wollen,

 

        dass sie begleitet und angeleitet werden wollen,

 

        wenn sie allein im Wald / in der Natur ängstlich sind und sich wenig entspannen können,

 

        wenn sie bei sich Stresssymptome wahrnehmen und schlecht abschalten können,

 

        wenn sie keine der vorgeschlagenen Sinnesübungen oder Entspannungstechniken     allein durchführen können,

 

        wenn sie ein Handicap haben und etwas Unterstützung benötigen.

 

empfehle ich ihnen eine „Gruppe zum Waldbaden“. Bitte sprechen sie mich an.

 

 

 

Waldbaden allein – wie kann ich das machen?

 

Sie können natürlich für sich allein im Wald oder an anderen naturnahen Orten „baden“.

 

Die Wirksamkeit wird unterstützt, wenn sie darauf achten:

 

  1. Sie haben mindestens 1 Stunde Zeit vor Ort (besser 2-3)
  2. Sie sind entsprechend der Witterung angemessen gekleidet und haben ein wasser- und kältedichtes Sitzkissen dabei, ev. eine Decke und Getränke
  3. Sie lassen ihr Smartphone zuhause oder stellen es auf lautlos
  4. Sie haben in ihrer Nähe einen Wald, eine Wiese, einen naturnahen Ort mit sauberer Luft und Naturgeräuschen
  5. Sie haben einen „Naturort“ gefunden, der von anderen Menschen weitestgehend ungestört ist (wenig Jogger, Radfahrer, Hundespaziergänger, Wanderer)
  6. Sie haben sich keine Aufgaben gestellt, wie z.B. möglichst weit gehen oder  Nachdenken über x
  7. Falls sie in Gruppe gehen, unterhalten sie sich nicht
  8. Sie gehen langsam und aufmerksam für ihre Umwelt (Empfehlung aus Japan ist, ca. 4 Kilometer in 2 Stunden)
  9. Sie fühlen sich an Natur-Plätzen sicher und wohl genug, um sich dort für einige Zeit nieder zu lassen
  10. An diesen Plätzen, die ihnen gefallen, nehmen sie dort die Umgebung mit allen Sinnen wahr
  11. Sie können ohne Anleitung an diesen Plätzen für sich allein eine Sinnesübung, einen Body-scan, eine Atemübung, eine Meditation oder eine Entspannungstechnik (Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Yoga, Chi gong …) durchführen und wirken lassen